Montag, 9. Mai 2016

Feuer und Wasser in Riva del Garda

Am vergangenen Maiwochenende bin ich für einen kleinen Urlaubsritt nach Italien gefahren, um dort den berüchtigten Marathon in Riva zu bezwingen. Angemeldet war ich natürlich wie jedes Jahr zur Ronda Extrema mit 93km und 3900hm.
Leider war die Woche zuvor und die unmittelbare Anreise nicht optimal, um sich für so ein Brocken in Form zu bringen... Ich hatte über die letzten Tage eine kleine Erkältung bekommen und der Tiefpunkt dieser war natürlich am Renntag. Aus diesem Grund bin ich unsicher in das Rennen gegangen.
Die Vorbelastung am Freitag mit Danny verlief ganz gut, aber trotzdem irgendwie nicht.
Alles egal, bei dem Rennen rechne ich mir so und so keine gute Position aus, obwohl ich es immer erhoffe...
Höhenprofil Extrema
Um 0730Uhr ging es pünktlich los und wir starteten zum ersten Mal ausschließlich unter Lizenzfahrern und wurden auch getrennt gewertet. Ich konnte mich in den ersten 5km unter den ersten Fahrern positionieren und habe mich aus jeglichem Stress herausgehalten. Im Anschluss geht es unmittelbar in den ersten 900hm Anstieg bei dem wir über Calino in den ersten Trail einbogen. Eigentlich kam ich ganz gut zu recht und konnte die Mitstreiter, die am Berg vor mir waren in der freien Abfahrt wieder einholen. Nachdem ich die erste Verpflegung erreicht hatte und einen Flaschenwechsel anstrebte, sah ich, dass hier nur 0,5l PET-Flaschen ausgegeben werden:-)... So musste ich meine zuvor weggeworfene Trinkflasche wieder holen und ganz in Ruhe und besegnet mit ISO-Getränk auffüllen... Leider war es kein ISO, sondern Red-Bull mit Wasser gemischt... Also die besten Voraussetzungen, um den langen Brocken zu bezwingen.
Am Anfang des Rennens habe ich natürlich überzogen, um mich zu positionieren. Im folgenden Waldstück habe ich aufgrund der kalten Witterung sehr früh Aduktoren-Krämpfe bekommen und mich somit über den Trail-Abschnitt gequält. Lennard Heidenreich war stetig an meinem Hinterrad.
Der nächste Anstieg zum Sentiero dei Russi stand an  und ich habe mich entschieden Tempo rauszunehmen. Leider fehlte das Vertrauen in den Körper. Zum Einen die Erkältung und zum Anderen bin ich dieses Jahr nicht einmal mehr als 1500hm im Training gefahren.
Da sollte der Realismus durchkommen. Ich mach das mit den Rennen schon lange genug, um realistisch einzuschätzen, wann man rausnehmen sollte...:-).
An dem Anstieg haben mich einige Fahrer einkassiert und ich habe die kommenden Anstiege in meinem Tempo genommen. Bei den Abfahrten und den Verpflegungsstationen bin ich ganz entspannt gewesen und habe das Rennen als langes hartes Training zu Ende gebracht. Zum Schluss konnte ich sogar noch einige Kontrahenten einholen, die sich leicht überschätzt hatten....
Am Ende hätte ich nie gedacht, das ich eine so ordentliche Zeit hinlege...5h30min ist für die Umstände völlig in Ordnung...
Im Anschluss bin ich noch eine Woche am Lago geblieben, um das Leben und das leckere Eis zu genießen....

Am Ende war ich 60ter Gesamt und 37ter in der Lizenz-Elite-Klasse... In der Lizenz-Master-1-Klasse wäre ich Dritter gewesen (Hätte, hätte, Fahradkette)... Allerdings habe mich vorausschauend der Elite WM in der Elite-Klasse werten lassen.