Sonntag, 28. August 2016

Schweizer National Park Marathon

Kurzentschlossen ging es am Freitagabend nach Scuol in die Schweiz, um bei fantastischen äußeren Bedingungen eines meiner Lieblingsrennen zu bestreiten. Bei den Daten ist es eigentlich kein Rennen gegen die Konkurrenz, sondern nur gegen sich selber... Aber so ist das halt, bei 137km mit 4100hm puren MTB Genuss...:-)
Die Anreise gestaltete sich unproblematisch und ich konnte ohne Probleme bis 2200Uhr nachmelden. Eine tolle Orga... Schnell das Dach vom Bulli hochgestellt, dass Bettchen vorbereitet und bei einem lauen Sommerabend den Sternenhimmel samt Gösser Märzen genossen.
Der Start war für 0715Uhr angesetzt und der Wecker klingelte pünktlich um 0500Uhr... Das Frühstück musste sich also reingequält werden. Alle Vorbereitungen waren pünktlich abgeschlossen, Smalltalk mit Bekannten erledigt und dann ein wenig warm rollen... D.h. zum Start fahren. Der Lizenzblock stand vorne und somit war keine Drängelei oder Ähnliches notwendig um anständig in den ersten Berg zu fahren... Die Strecke ist gut bekannt, u.a. von der Trans Alp 2012 mit Gerald. Ich habe zu Anfang gleich mein Tempo angeschlagen und nur ein bissl überzogen. Der erste Anstieg Pass da Costains fährt sich angenehm und der Trail bis ganz oben ist einfach fantanstisch...Traumhafte Gegend... Hier muss man den Kopf hoch nehmen und das Panorama geniessen. Die erste Abfahrt nach Fuldera, war direkt hinterm Pass steil und ausgewaschen, so dass mit Vorsicht bergab gefahren werden musste, trotzdem hat mich keiner überholt...:-)
In der Abfahrt konnte ich gut regenerieren und mich auf den zweiten Anstieg seelisch und moralisch vorbereiten. Leider hatte ich keine Gruppe und bin meistens allein unterwegs gewesen. Im Anstieg zum Döss Radond wurde ich einmal überholt, konnte im Verlauf jedoch auf Konkurrenten auffahren und diese überholen. Nach dem Anstieg geht es Richtung Lago di S. Giacomo auf einem der schönsten Trails der Alpen, flowig mit traumhaften Panorama... Schlecht in Worte zu fassen. Nach diesem geht es relativ angenehm über Alpisella Richtung Livigno und hier kommen wieder traumhafte Panoramen zum Vorschein... Ich habe die Strecke in vollen Zügen genossen, musste jedoch ein wenig leiden. Bei der Ortsdurchfahrt Livigno musste ich schnell das Örtchen aufsuchen, da mir leichte Magenprobleme das Leben unnötig schwer machten... Vor dem Anstieg zum Chaschauna Pass musste das sein. Ich kam aus meinem Rythmus und stampfte anfangs vor mich hin und kam mental in eine kleine Krise, warum man sich das antut... Der Anstieg zum Chaschauna hat im Schnitt über 20% Anstieg und das auf fast 1000hm... zudem kommt noch loser schottriger Untergrund... Da ich aber fast alles im ersten Gang hochfahren konnte, motivierte das ungemein, weil 90% der anderen Mitstreiter geschoben haben.
Bis hierher hatte ich mir meine Kraft gut eingeteilt und nachdem ich zügig und unfallfrei die extrem knackige Abfahrt vom Chaschauna-Pass hinter mich gebracht habe, kam der letzte Teil des Rennens. Dieser liegt mir grundsätzlich am Besten, weil keine allzu steilen und langen Anstiege mehr kamen. Trotzdem sind es knapp 50km mit ca 900hm. Also im ganzen noch eine knackige Einheit hinten raus... Ich hatte ab hier wieder gute Beine :-) und konnte mehrere Konkurrenten einholen und mir mit der 25zig besten Zwischenzeit einen guten Zwischenabschnitt sichern. Das Rennen war bis zum Beginn des Abschnitts schon fast 5h am Laufen... 
Ich hätte nie gedacht, dass ich mit der Pause in Livigno eine ähnlich gute Zeit wie letztes Jahr fahre, aber nach 6h35min habe ich das Ziel vollends zufrieden erreicht...
Es war wieder einmal der Hammer...Alle Quälerei ist ruckzuck vergessen...:-)